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U17 / Jahrgänge 1993/1994:
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Die VfB Chronik - So fing alles an ...
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In der Vereins-Chronik des VfB Hohenems wird von verschiedenen Autoren in blumiger Sprache beschrieben, wie sich das Vereinsleben von der Gründung, dem Sportplatzbau bis zu den ersten offiziellen Fußballspielen entwickelte. Die folgenden Auszüge gewähren einen lebhaften Einblick, wie die Vereinsmitglieder damals zusammenstellen mussten - die Mühen zum Bau des ersten Sportplatzes dürfen getrost auch in der heutigen Zeit als Musterbeispiel für ein funktionierendes Vereinsleben herangezogen werden.
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Aus der Vereinschronik des VfB Hohenems - wie die Geschichte des Traditionsklubs begann...
Die Hohenemser Fußballer und ihre Alt-Herren-Riege um1925 - stehend von links (soweit bekannt); Rudolf Häusle, Eduard Jäger ("Schnidr Jägrs"), "Kühtreiber?", Alfons Fitz, Heinrich Klien, "?", Alfons Amann, "?", Otto Amann, ...;
Knieend (v.r.): "?", "?"; "?", Franz Vonach, Adolf Klien, Andreas Gros, Hämmerle, "?", Edi Obwegeser, Franz Hämmerle;
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"Schon im Jahre 1922 machte der Sportmann Ernst Dietzinger, Seilergeselle bei Herrn Palan, gemeinsam mit seinem Freunde Edy Obwegeser den Versuch, einen Fußballklub zu gründen. Bei der zu diesem Zwecke einberufenen Versammlung in der Habsburg vermochten jedoch diese zwei Pioniere des Sportes infolge mangelnden Interesses seitens der Bevölkerung und besonders wegen Platzschwierigkeiten ihren guten Gedanken nicht ins Werk umzusetzen. Nicht lange aber sollte es dieser aufgerollten Frage gegönnt sein, weiter zu schlummern. Unsere zwei rührigen Sport- und Turnfreunde Herr Heinrich Klien und Tony Mathis griffen diesen Gedanken wieder auf und ließen keine Mittel unversucht, um ihrem Vorhaben Wirklichkeit zu verschaffen. Schon am 2. Oktober kam im Gasthof "Löwen" eine Versammlung zustande. Der Einladung des Einberufers folgten mehrere sportbegeisterte junge Leute. Unter dem Vorsitz des Herrn Turnlehrers Heinrich Klien schritt man zur Gründung des unparteiischen "Verein für Bewegungsspiele Hohenems".
Zu den Gründern des Vereines gehören neben den schon Genannten nochfolgende Herren: Amann Pepi, Amann Anton, Peter Martin, Häusle Rudi, Vonach Franz, Jäger Eduard, Amann Hermann, Rüdisser Hans, Klien Adolf, Drexel Josef. Nachdem in weiten Umrissen über Zweck und Nutzen des neugegründeten Vereines gesprochen wurde, entspannte sich bald die regeste Debatte über das Arbeitsprogramm des neuen Vereines.
Als Vereinsfarbe wurde auf allgemeinen Wunsch "schwarz-weiß" gewählt. Wenn man bis dahin vielleicht sein Hauptaugenmerk auf die Leichtathletik richtete, so gesellte sich zu dieser bald ein sehr rühriger, aber doch gut verträglicher Bruder, der Fußballsport. Außerdem sollten Schwimmen, Fechten, Wintersport und Alpinistik gepflegt werden.
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Die Mitglieder eines Arbeitseinsatzes um 1951 für den VfB Platz "alt" (heute Cineplexx):
vorne (v.l.): Erich Mathis, Anton Amann (Obmann), Hugo Mathis, Edmund Inama, Willi Aberer, Erich Öhe, Willi Fippel;
hinten (v.l.): Georg Rainer, Norbert Stump, Hugo Egger, Rudolf Moosbrugger;
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Ausgedehnte, schwierige, zum Teil auch unvorhergesehene Arbeiten harrten der einzelnen Mitglieder, um die Grundlage für einen baldigen, intensiven Vereinsbetrieb zu schaffen. Die Leitung einer sehr tüchtigen Hand anzuvertrauen, um an all den Klippen ohne Anstoß vorbei zu kommen, war unerlässlich. Indessen fiel das nicht schwer. Es wurden durch die Wahl des Herrn Pepi Amann als 1. und des Herrn Peter Martin als 2. Obmann die richtigen Leute an den richtigen Platz gestellt.
Das Hauptsorgenkind, das bald, die Aufmerksamkeit des ganzen Vereines auf sich lenkte, war die Platzbeschaffung. Bald stand unser rühriger Vorstand mit Herrn Grafen, Waldburg-Zeil wegen eines Sportplatzes in Verhandlung. Von der Übernahme des dem Vereine angebotenen Platzes unterhalb des alten Bahnhofes, in dem Winkel, den Eisenbahn und Emsbach mitsammen bilden, wurde Abstand genommen, infolge der ungünstigen Lage dieses Feldes. Geradezu verlockend schien dem Verein die Lage des von der Angelika Kaufmannstraße und der Schillerallee begrenzten Gebietes. Jedoch hier war alles eher als ein Sportfeld zu erblicken. Zwei tieffurchige Gräben, die eher als Feldbäche bezeichnet werde könnten, teilen den ganzen Rasen in drei lange lose Streifen, von denen der mittlere, etwa 40 cm höher war als die anderen und außerdem jeder unter sich wieder große Unebenheiten aufwies. 23 stattliche junge Obstbäume streckten ihre stolzen Kronen in die Höhe. War unter diesen obwaltenden Umständen wohl noch zu denken, dass hier einmal Fußball gespielt würde? Wahrhaftig, fast schien es eine Freveltat das zu tun, dazu noch mit einer leeren Börse, Und doch brachten wir es nicht übers Herz, so rasch von diesem Platze abzusehen. Herr Otto Mathis tragt den Hauptanteil am Zustandekommen der Platzfrage. Er war es, dem keine Mühe zu groß schien, der die Vorstanschaft immer wieder aufs neue aufmunterte und ihr mit Rat und Tat zur Seite stand.
So ließen denn auch wir uns von dem Leitsatze "Wo ein Wille, da auch ein Weg" leiten und unserem Obmann gelang es, nach mehreren mit Erfolg geführten Verhandlungen von Herrn Grafen Waldburg-Zeil den fraglichen Platz auf 10 Jahre zum Pachtschilling von 60 Goldkronen per anno in Pacht zu nehmen.
[...]
Mutter Sonne stieg jeden Tag höher am Firmament und ihrer neuen belebenden Kraft konnte selbst Meister Winter mit seiner schneeigen Decke nicht länger stand halten. Dieser Umstand ließ jedes edle Sportlerherz höher schlagen. Konnte man nun doch daran gehen, den neuen Platz gehörig umzugestalten. Ein Fachmann, der um Rat gefragt wurde, gab die nötigen Anleitungen, konnte aber nicht verhehlen, dass der Platz noch etwa 10 Millionen Kronen verschlingen werde, bis er seinem Zwecke voll und ganz entspreche. Seine Rechnung war folgende: Gesamtlänge der Gräben 240 m, Tiefe 80 cm, mittlere Breite 1 m, dies sind 192 m/3, welche 380 Fuhren zu rund 1/2 m/3 entsprechen. Da vom Emsbach mit 2 Pferden täglich etwa 10 Fuhren auf den Platz geschafft werden können, würde die Gesamtleistung etwa 38 Tage benötigen, so dass hierzu bei einem Taglohn von 300.000 Kronen ca. 11,400.000 Kronen erforderlich wären. Er hatte sich nicht stark verrechnet, dies konnte uns nicht abschrecken, denn ein ernster fester Wille bricht sich Bahn durch die wüstesten Hindernisse. Nur die tatkräftige Opferwilligkeit aller konnte dieses große Werk vollbringen. Fast schien es, als wären die Gräben unersättlich in der Aufnahme der herbeigeführten Stoffe, da Hunderte von Truhen mit Füllmaterial herbeigeschafft werden mussten, um sie zu füllen. Mit dem Großteil dieser Arbeiten wurde der Lohnfuhrmann Karl Linder im Akkordwege betraut. Kaum aber hatte die Frühlingssonne den Boden gehörig aufgeweicht, war die Grabenfüllung, deren unterer Teil aus grobem Bachgerölle bestand, um ein merkliches gesunken. Wieder eine unvorhergesehene Mehrarbeit. Doch bei uns hieß es: "Nur nit lugg lo!" Um das nötige Geld aufzutreiben, wurden auf Anraten des Herrn Lehrer Peter 160 Stück unverzinsliche Anteilscheine ä 5 Fr. ausgegeben und dieselben fanden Dank der eifrigen Tätigkeit der einzelnen Mitglieder guten Absatz. So waren denn die Bäume verpflanzt und die Gräben so recht und schlecht ausgefüllt. Doch der Platz war noch ein wüstes Chaos.
Um die vielen Unebenheiten auszugleichen, war es notwendig, den größten Teil des Platzes mit einem tiefschürfendem Pflug umzuackern. Dies geschah auch, und manches vorbeiwandernde Bäuerlein erblickte des Rätsels Lösung nur darin, dass es sich hier um nichts anderes als um eine großzügig angelegte Kunst Wiese handeln könne. Noch war viel Arbeit zu leisten. Es sei bei dieser Gelegenheit gestattet, besonders zweier Familien zu gedenken, die dem Verein in selbstloser Weise ihre Fuhrwerke wiederholt zur Verfügung stellten und ihm dadurch große Auslagen ersparten. Es sind dies die Familien Alois Amann und Otto Mathis, die sich hierdurch des wärmsten Dankes seitens des Vereines in hohem Maße verdient gemacht haben. Welch abwechslungsreiches Bild bot nun unser Platz den Beschauern.
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An jedem Abend und Samstag Nachmittag arbeitet unser schon ziemlich angewachsener Verein in corpore, da wurde mit schweißbedeckter Stirn und mit schwieligen Händen bei Gabeln, Schaufeln, Spaten, Hacken und Caretten Wochen hindurch geschafft, selbst noch zu Abendstunden, wo man mit dem fahlen Mondlicht nicht mehr das Auslangen finden konnte, sondern sich einer eigenen Platzbeleuchtung bedienen musste.
Es kam der 1. Tag des Wonnemonats Mai, an dem sich schon in den frühen Morgenstunden eine stattliche Zahl der Arbeitsfrohen einfand, so dass gegen Abend die Arbeit als fertig betrachtet werden konnte. Eintracht macht stark! Diese Wahrheit wurde bestätigt durch den großen Erfolg. Wir hatten jetzt ein Sportfeld vor uns, das selbst der gehässigste Neider hätte loben müssen, umso mehr dann, als der Platz noch gewalzt worden war.
Wenn bei dieser Gelegenheit jeder tat, was er konnte, so sei doch, ohne die Verdienste anderer in den Schatten zu stellen, eines Sportkollegen gedacht, der, so es ihm ein Stündchen erlaubte, unermüdlich auf dem Platz tätig war, es ist dies unser lieber Sportbruder Zeller. Stets war er der erste auf de Arbeitsstätte um die größte Schaufel auszusuchen und um sich mit den größten Erdenschollen, und mit den schwersten Schubkarren befassen zu können.
Noch eines zweiten sei hier nicht vergessen. Kam einige male seine Mutter des Weges und fragte jedes Mal, wie lange man denn noch arbeiten müsse auf diesem Sportplatz, sie wäre schon seit Tagen in Verlegenheit, da ihr Franzl nie mehr Zeit finde, zum Kochen Holz zu machen. So war jeder Muster und Vorbild für jeden andern und es könnte jedem für seine aufopfernde Mithilfe seines Sträußchen gewunden werden.
Bald fanden auch die beiden Goal ihre Aufstellung und es war ein wahrer Freudentag, als schon Mitte Mai sowohl für Fußballspiel, wie auch für Leichtathletik die Trainingsstunden auf dem Platze abgeholten werden konnten.
Stets verlangte der Platz noch Ausbesserungsarbeiten, um schlechte, sumpfige Stelle durch Zufuhr von Lösch und Letten zu recht spielfähig zu machen. Unser Platzverwalter Zeller ließ denn auch dem ihm anvertrauten Rasen stets die fürsorglichste Aufmerksamkeit zukommen. So erfreute sich auf herrlichstem Sportfelde jede sportliche Betätigung immer größeren Interesses und immer größerer Beliebtheit.
Bald schritt der Verein zur Bildung der 1. Fußballriege, der folgende Spieler angehörten:
Jäger Eduard, Groß Andreas, Amann Pepi, Jordan Karl, Vonach Franz, Häusle Rudolf, Amann Otto, Hämmerle, Beilharz Peter, Klien Adolf.
Die Aufstellung dieses Planes entspricht der Einreihung der einzelnen Fußballspieler. Später rückten in die 1. Mannschaft vor: für Klien A. - Obwegeser Edy, für Amann Pepi - Hämmerle Franz.
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Der Spielführer, Herr Lehrer Martin Peter und Herr Fritz Beilharz, diese überaus fähigen Recken des Fußballs, die auf verschiedensten Plätzen schon gar manches Sträußchen erfolgreich ausgefochten, wurden mit der schweren Aufgabe betraut, aus ihrer Riege, die zum Großteil aus Laien zusammengesetzt waren, eine behände, kräftige, kampfestüchtige Mannschaft zu bilden. Da sie dieser schwierigen Aufgabe infolge ihrer mehrjährigen Erfahrung, sowie auf Grund ihres Geschickes und ihrer regen Betätigung in kürzester Zeit mit geradezu heroischer Meisterhaftigkeit gerecht wurden, davon gibt der folgende Tätigkeitsbericht beredtes Zeugnis".
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